gedanken aus dem studentenleben

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Ich hab euch schon berichtet übers organisieren, über stress (zumindest bei Instagram) aber so richtig ehrlich ein Fazit zum studieren nach einem Jahr gab es noch nicht. Das will ich heute ändern, weil ich glaube das ich nicht alleine bin, denn ich studiere nicht gerne aber ich mag was ich studiere.

Ziemlich harte Aussage oder ? Darf ich das überhaupt so denken? Muss ich nicht unheimlich dankbar sein, weil ich die Möglichkeit habe zu studieren was ich möchte in der Stadt die ich liebe mit Menschen die ich mag ? Tja, keine Ahnung aber vielleicht ein Gedankenexperiment vor dem ich manchmal richtig angst hatte. Muss ich nicht gerne studieren, weil alle es von mir erwarten und es als die „geilste Zeit“ ihres Lebens beschreiben?

Ich hab es für mich beantwortet: Nö. Ich nehme euch mal mit. Mein Traum zu studieren und endlich das zu machen, was mir richtig Spaß macht – danach habe ich mich gesehnt. Es sollte mich erfüllen, alles was mich interessiert vertiefen und ich war mir sicher mir wird es recht leicht fallen. Das erste Semester ? Ganze ehrlich: Ich war völlig lost. Zwischen tollen neuen Menschen, coolen Veranstaltungen war da auch immer dieses Gefühl von „Dieser Uni-Jungle, ich hab immer noch oft kein Plan“. Bis jetzt hat es gedauert, um überhaupt anzukommen. Dann kam Corona und ich musste den frischen Uni-Wind verlassen. Ziemlich schade, denn so richtig angekommen war ich noch nicht, da bin ich ehrlich. Das Corona-Semester, was komplett online stattgefunden hat – hat mich fertig gemacht. Ich meine damit wirklich Gedanken zwischen „Ich kriege ein Burn-Out“ bis „Wie zur Hölle soll ich das alles schaffen?“ und das jeden Tag. Ich bin untergegangen zwischen all den To-Do’s, Abgaben und neuen Aufgaben, jeden Tag 8-9 Stunden das war zu viel und ich habe mich wirklich gefragt, ob ich keine Studentin bin. Ich habe eine Antwort: Doch. Ich mag das studieren nicht gern ich will studieren, weil ich mich auf den Beruf freue. Für mich ist dieses ganze wissenschaftliche Schreiben und lernen und auskotzen nicht meine Welt. Nicht das ich schlecht bin, sondern ich mag es einfach nicht. Aber dann habe ich mein Praktikum gemacht und ich wusste wofür ich das mache. Es hat mich geschaffen aber gleichzeitig so erfüllt und glücklich gemacht. Ich wusste: Ja, das kann ich mir mein ganzes Leben lang vorstellen.

Meine romantische Vorstellung zu studieren, um etwas zu lernen für meine Tätigkeit ist ziemlich schnell verflogen. Dieses Semester habe ich so viel für Germanistik gemacht, was ich nie in meinem Berufsleben brauchen werde und musste Sonderpädagogik rausschmeißen – weil es einfach zu viel war. Was ich euch damit sagen möchte: Manchmal läuft es eben anders und so anders als Schule ist es oft leider auch nicht – nur sagt es einem keiner vorher. Das ist übrigens total okay so, denn lernen tut man eh durch Praxis. Jeden Tag – jedes Praktikum – jede neue Erfahrung.

All das soll niemanden abstoßen aber ich finde man sollte das wissen. Das lässt mich alles gar nicht zweifeln, denn ich weiß wofür ich es später mache. Ich studiere, weil ich es eben muss für etwas was ich mag und liebe.

Ich hätte mir nur gewünscht, mir erzählt das jemand. Ich habe mir lange jemanden gewünscht, dem es genauso geht und was soll ich sagen ? Fast allen mit denen ich gesprochen habe. Studieren ist nicht für jeden was aber dein Beruf kann trotzdem dein Traumberuf sein. Der Weg ist das Ziel und was du auf alle Fälle lernst ? Über dich hinauszuwachsen und neue Wege zu gehen. Das ist toll und zwar immer.

Fühl dich umarmt.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Toller, ehrlicher Text. Ich habe das studieren bisher auch immer als meinen „Befreiungsschlag“ gesehen. Sätze wie „endlich das lernen, was ich will“ oder „dann komme ich raus in die Welt“ inklusive.
    Deine Worte haben mich nicht abgeschreckt, mir jedoch die Augen geöffnet das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. So sehr ich mit der Schule zu kämpfen hatte (obwohl ich nie schlecht in den einzelnen Fächern war), wird die Uni wohl auch nochmal ein Kampf. Und das weiß ich jetzt und kann mich drauf vorbereiten. Danke dir! <3

    1. Male Geers

      und das muss es trotzdem gar nicht sein – nur ist die Möglichkeit, dass es so sein könnte – vielleicht gut zu wissen. Ich wünsche dir ganz ganz viel Erfolg!:)

  2. Svenja

    So toll und ehrlich – danke, liebe male! Habe gerade mein Studium abgebrochen, bin irgendwie total lost. Das corona Semester war die Hölle für mich und es ging psychisch einfach nicht mehr. Ich hab die Notbremse gezogen, auch wenn ich nicht weiß, was kommt. Denn leider habe ich nicht diesen ‚Traumberuf‘ oder eine feste richtung, bei der ich mir sicher bin – aber ich versuche, zu vertrauen. Dass ich meinen Weg finde und das passende Studium oder auch etwas Anderes finde. Danke für deinen Beitrag! Liebe Grüße

  3. Marie

    Ohaaa du sprichst mir einfach aus der Seele… ich mag studieren auch nicht wirklich gerne… das einzige was daran gut ist und vor allem durch die Online Vorlesungen durch Corona jetzt noch besser wurde, dass man sich seine Zeit frei einteilen kann und selbst bestimmen kann was man wann wir macht… vor allem jetzt mit Corona interessiert es niemanden ob ich mir im 19 Uhr oder morgens um 7 die Vorlesung anschaue… wenn da nicht der doofe Schweinehund wäre mit dem man immer zu kämpfen hat…. ich hab aber die Illusion dass der verschwindet wenn ich endlich weiß was ich genau machen will… ich bin mir noch unsicher, weil ich noch nicht viel ausprobiert habe und ein Praktikum in Studienverlaufsplan nicht enthalten ist, was bedeutet, dass ein job oder ein Praktikum neben dem üblichen Semester stattfinden muss, um schnell durch zu kommen… uff, ganz schön anstrengend… deswegen bin ich ziemlich lost auch wenn ich Leute kenne die noch weniger klar kommen als ich, aber solche gibts halt immer, genau so wie Leute die besser klar kommen …. Aber was ich eben schon immer festgestellt habe ist, dass die ganzen Ausbildungsberufe etc. Einfach nicht mein ding sind, denn schon bei der Beschreibung habe ich meist Probleme gehabt mich da in meiner Zukunft zu sehen… deswegen studiere ich… um endlich zu finden für was ich mich begeistern kann und was ich für immer machen will..

    1. Svenja

      Das beruhigt nich, dass es dir auch so geht.. Dann fühlt man sich wenigstens nicht so alleine. Das mit dem selbst einteilen durchs online Semester fand ich auch viel besser – blöd nur, wenn man nicht genug Motivation hat, weil man gar nicht wirklich weiß, wofür man das alles eigentlich tut.. Ausbildung kommt für mich echt auch nicht in Frage. Manchmal denke ich auch, dass es vielleicht dort draußen doch einen Studiengang gibt, den ich echt toll fände, bisher aber einfach nicht kenne… Ich wünsche dir, dass du deinen Weg gehst und findest und wir beide bald das Gefühl haben, richtig dort zu sein,wo wir sind. Liebe Grüße

  4. Alina

    Ich kann dich total gut verstehen! Mir macht das Studieren Spaß, aber Durchblicken tue ich da auch nicht wirklich. Irgendwie ist das alles viel zu kompliziert gestaltet.

    Liebe Grüße
    Alina von https://alinafrida.blogspot.com/

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